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Morton Rhue: Die Welle

Die Welle
Regie: Sven Stricker
Ursprünglich erschienen bei: Ravensburger
Erhältlich via Maritim / Highscore Music

Sprecher:
Gernot Endemann, Isabella Grothe, Christian Stark, Nina Ernst u.a.

Inhaltsangabe des Verlags:

In ‚Die Welle ‚beginnt alles mit einem Film über den Holocaust. Der junge Lehrer Ben Ross zeigt den Schülern der Gordon High School Bilder von ausgermergelten Juden im Konzentrationslager. Alle sind angewidert und entsetzt, aber eine Gruppe um Laurie Saunders von der Schülerzeitung kann und will nicht glauben, dass Menschen zu derlei Grausamkeiten überhaupt fähig sind. Um sie und andere zu überzeugen, startet Ross ein Experiment, dass auf fast unbemerkte Art und Weise Methoden der Diktatur installiert. Und plötzlich zerfällt der Klassenverbund in Opfer und Täter — bis die Situation auf schreckliche Weise eskaliert.

Meinung:

Viele Schüler dürften “Die Welle” aus der Schule kennen und wie kaum ein anderes Buch hat sich Morton Rhues Werk zur “Quasipflicht” etabliert – und das nicht ohne Grund. In komprimierter Form bekommt man hier serviert, wie einfach Menschen dem Phänomen “Faschismus” verfallen können. Es ist keine moralisch-triefende Angelegenheit, sondern “nur” ein Spiegel, den man vorgehalten bekommt, ohne daß daraus der “Na na na, *du* bist Schuld. *Du* ganz allein!”-Zeigefinger hervor geschossen kommt.

Sven Stricker, der unter anderem auch ‘Pompeji’, ‘Die Schatzinsel’ und ‘Dracula’ inszenierte, bewies bereits in diesem “Frühwerk” sein Gespür für spannende und mit einigen Regiekniffen aufwartende Unterhaltung, wobei: Unterhaltung ist dieses Werk allein schon des Themas wegen nur im weitesten Sinne.

Von den Sprechern sind wohl Gernot Endemann und Chrstian Stark die bekanntesten und Endemann bietet hier eine beeindruckende und gegen Ende -im positiven Sinne- regelrecht gruselige Leistung. Ansonsten werden die Sprecherinnen und Sprecher durch eine gute Regie zu eben solchen Leistungen gebracht. Grundsolide, im Falle Endemann schlicht atemberaubend.

Geräusche werden nicht des Eigenzwecks halber eingesetzt, passen und lassen eine lebendige Welt entstehen; auf Musik wird nahezu gänzlich verzichtet, was dem Realismus indes ungemein zuträglich ist.

Die Welle” ist nicht nur als Buch Pflichtprogramm. Die Thematik wird wohl auch auf absehbare Zeit leider aktuell bleiben und somit kann ich dieser Hörproduktion nur eine doppelte Empfehlung aussprechen: A. der Thematik wegen und b. einfach deshalb, weil das Hörspiel verdammt gut produziert ist.


Cover © Maritim/Highscore Music

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